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Rudingshain

In einer Art Kessel, an der Mündung des Streitbachs in die Nidda, liegt Rudingshain. Bis zum Zusammen Schluss im Rahmen der Gebietsreform mit der Stadt Schotten war es die nördlichste Gemeinde des damals noch bestehenden Kreises Büdingen. Heute ist es eines der 14 Stadtteile der etwa 5 km südwestlich gelegenen Kernstadt. Mit dieser zusammen ist Rudingshain in den Vogelsberg eingegliedert, während der Großteil des Altkreises Büdingen nunmehr dem Wetteraukreis angehört.

 

Rudingshain hat seit Jahrzehnten eine Einwohnerzahl zwischen 610 bis 650. Die Geschichte erlaubt besonders nach neuster Auslegung die Deutung, dass der Ort mit der Entstehung und den Geschicken Schottens in Zusammenhang steht. Das beweisen auch Urkunden über die Besitzverhältnisse seit dem 13. Jahrhundert. Schon die Gründung beider Siedlungen dürfen eng zusammenhängen. In der Gemarkung des Stadtteiles liegen im Nordosten der Ortslage am "Horst" die Reste eines Dornröschenschlosses in Wald und Hecken versteckt, die "Horstruine" genannt. Niemand konnte etwas über die Entstehung und Schicksal dieser Anlage berichten. Undurchsichtige Sagen von tanzenden Elfen oder Raubrittern lassen keinerlei Schlüsse zu. Die Horstruine war ursprünglich ein Ringwall etwa um 600 v. Chr. und dürfte später auch von den Kelten als Fliehburg benutzt worden sein.

 

Etwa 1100 Jahre später um 700 n. Chr. haben wohl die schon christlichen Franken den Wall wegen seiner guten strategischen Lage in Besitz genommen und ihre Burg darauf errichtet. Sie diente zur Sicherung der nahe vorbeiführenden Handels- und Heerstraßen, beherbergte die Verwaltung der umliegenden Ländereien und schützte Kolonisation und die Missionsarbeiten inmitten der vielfach noch heidnischen Bewohner. Nach weiteren 200 Jahren wurde sie aus reichspolitische Gründen aufgelassen und ist dann wohl verfallen und zugewachsen und mit der Zeit in Vergangenheit geraten. Die erste bäuerliche Sieldung im fruchtbaren Teil unterhalb der Horstburg diente wohl in erster Linie der Versorgung ihrer Besatzung. So könnte der Gründer "Hruodinc" (=Rüdiger oder Rüding) ein Beauftragter des Burgkommandanten oder dieser selbst gewesen sein, der seinen "Hagen" an dieser nahen, günstigen Stelle anlegte. Mit weiteren Siedlern sind wohl dann auch andere Gebiete urbar gemacht worden. Das erklärt auch die späteren Bezeichnungen des Ortes "Hruodincheim", "Rudingesheim", "Rüdingishain", "Rudingezhajn" und schließlich "Rudingshain".

 

In der Ortsmitte steht das älteste Gebäude, die Kirche. Als Fachwerkbau wurde sie 1673 eingeweiht. Gegen Witterungsschäden wurde sie eingeschindelt. Der Brand, der bis dahin vorhandenen Holzkirche war also keine Folgeerscheinung des 30. jährigen Krieges. Gleichwohl waren aber die Schäden dieser Zeit durch die verschiedenen Söldnerhorden enorm. Sie gingen über die totale Ausplünderung und Brandschatzungen bis hin zu Folterungen mit Todesfolge. 1648 berichtet man von nur 12 Männern und 10 Kühen im Ort. Schon 1669 sind es aber wieder 233 Seelen, 135 Jahre später 502 und im Jahr 1834 bereits 613 Bewohner.

 

Die durch Missernten noch ärmer gewordenen Vogelsberger sahen sich zum Teil zur Auswanderung nach Amerika gezwungen. Nach dem 2. Weltkrieg schnellt die Zahl der Bewohner gegenüber 1939 um 208 Köpfe, auf 797 herauf. Der nicht gerade reiche Vogelsberg bringt zahlreiche Heimatvertriebene unter. Durch deren langsame Abwanderung in die Nähe ihrer Arbeitsplätze, pendelte sich dann die eingangs genannte Zahl wieder ein.

 

Seit dem 16. Jahrhundert wurde auch Schulunterricht im Dorf erteilt. Sicher war dieser eng mit der Filialkirche verbunden. Das alte Schulhaus steht seit 1887; das neue wurde 1909 dazu erbaut. Dadurch konnte erstmalig in zwei Klassen unterrichtet werden. Ab 1970 fielen die Oberstufen und 1974 auch die Grundschuljahrgänge auf Grund der Eingliederung in die Schottener Mittelpunktschule weg.

 

Die Höhenlandwirtschaft wird heute wohl noch als Weidebetrieb mit Milch- und Schlachtviehproduktion betrieben. Der Ackerbau dient dem Eigenbedarf. Die Bewohner stehen überwiegend in auswärtigen Arbeitsverhältnissen. Durch deren Einkünfte kann die Technik den Zeit und Kraftaufwand der bäuerlichen Arbeit eingeschränkt werden.

 

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