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Michelbach

Michelbach liegt ca. 2 km östlich von Schotten, abseits der Straße zum Hoherodskopf im Vogelsberg. Der Ort schmiegt sich an einen nach Süden geneigten Berghang, der ihn vor scharfen Nordwinden schützt. Auf der Höhe über dem Dorfe, dem "Lugrain" (461 m.ü.NN) recken sich die wuchtigen Kronen von vier mächtigen Linden empor, die schon von weither sichtbar geradezu das Wahrzeichen des Dorfes geworden sind. Bei klarer Sicht kann man von dort die Hochhäuser Frankfurts und den Feldberg im Taunus erkennen.

 

Fachwerkkirche in MichelbachAn der alten Fachwerkkirche in der Ortsmitte ragen vier mächtige Basaltplatten empor, die ebenso wie die vier Linden, an jene vier Männer erinnern sollen, die das Dorf einstmals gegründeten. Nach heutigen Erkenntnissen, ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die Gründer von Michelbach die vier riesigen Hühnensteine zur Erinnerung an die Gründung dort errichteten. Viel eher ist davon auszugehen, dass Bäume und Steine schon viel länger auf ihrem Platz standen.

 

Es wird vermutet, dass hier oben am Süd- und Westhang des Vogelsberges Kelten heilige Plätze unterhielten. Es ist oft vorgekommen, dass Kirchen an solchen Plätzen errichtet und diese Orte neu geweiht wurden. Auch die vier Linden auf dem "Lugrain" deuten eher auf einen heiligen Platz zu Ehren von "Lug", dem Gott der Kelten über das Licht hin.

 

Über die Entstehung Michelbachs lassen sich auf den Tag genaue Angaben machen. Das hessische Staatsarchiv bewahrt noch heute die Gründungsurkunde von Michelbach auf. Die Urkunde vom 7. März 1495 besagt, dass der Landgraf Willhelm von Hessen vier Männern, Haintzen, Weimer, Chuntzen Strauben, Heinchen Reppen und Cuntzen Reppen samt ihren Familien 782 Morgen Land erblich zu eigen gab. Sie sollten das bereits gerodete Land wieder urbar machen und eine Siedlung anlegen, wofür ihnen im Gegenzug bestimmte Vorteile eingeräumt wurden.

 

Es gab früher in der Gemarkung schon mal ein Ort namens Michelbach. Das Dorf bestand aus 8 Höfen. Dieses wurde jedoch wüst. Die Gründe dafür waren unter anderem die Pest, Raubzüge der Ritter und zu hohe Abgaben an Naturalien. Die Folge war, dass Alt- Michelbach mit 7 weiteren Dörfern 1350 wüst geworden war.

 

Dem zweiten, heutigen Michelbach blieben ebenfalls Belastungen, Plagen und Kriege nicht erspart. Im 30 jährigen Krieg zog der tolle Christian im Jahre 1622 mit einem evangelischen Heer durch unser 1527 schon reformiertes Land und hauste schlimmer als die Türken und Heiden. Der Landgraf Wilhelm von Hessen wollte neutral bleiben, um seinem Volk das Kriegselend zu ersparen. Darin sah der tolle Christian jedoch einen Verrat an der evangelischen Sache und fiel über das ganze Hessenland her. Auch Michelbach musste dafür schwer büßen. Rinder und Pferde wurden mitgenommen, Geld erpresst und Häuser beim Abzug in Brand gesetzt. am Ende des Krieges ergab eine Volkszählung, dass das Gebiet um Schotten und die Ortschaften um 90% auf unter 300 Seelen entvölkert war. Doch die Gemeinden erholten sich von dieser zeit nach und nach wieder. Im Jahre 1842 hatte sich Michelbach zu einem ansehnlichen Bauerndorf mit 433 Einwohnern entwickelt.

 

Leider blieb Michelbach auch von Feuerbrünsten und Naturkatastrophen nicht verschont. Im Jahre 1766 hatte ein Hagelschlag die gesamte Ernte in der Gemarkung zerstört. 1823 zogen nach einer langen Hitzeperiode schwere Gewitterwolken die westlichen Hänge des Vogelberges hinauf. Wolkenbruchartig entlud sich das Unwetter und kam stromweiße von den umliegenden Hängen ins Tal herabgeschossen. Die sich bildenden Schlamm- und Flutmassen rissen Brücken in Michelbach nieder, und in die Felder wurden riesige Furchen gerissen und die Ernte, auf deren Erträge die Bauern angewiesen waren, war in wenigen Sekunden zerstört. Eine weitere Katastrophe suchte Michelbach am 11. November 1897 heim. Es wütete ein Großfeuer in der Gemeinde, bei dem mehrere Hofreiten bis auf die Grundmauern niederbrennten.

 

Aber auch an das furchtbare Leid der beiden Weltkriege, in denen viele Michelbacher ums Leben kamen. Ein Ehrenmal auf dem Friedhof, sowie drei Gedenktafeln im Inneren der Friedhofskapelle halten die Erinnerung an diese Zeit wach. Im ersten Weltkrieg sind 10 Männer gefallen und im zweiten Weltkrieg 13 und 14 Männer wurden vermisst. Trotz der Kriegsverluste wurden 1946 sogar einmal 416 Bürger gezählt und zwar, als Flüchtlinge und Vertrieben untergebracht werden mussten. Erst nach der Währungsreform ging es mit Michelbach wieder aufwärts. Neben der Landwirtschaft hatten viele die Möglichkeit, in Frankfurt auf dem Bau zusätzlich Geld zu verdienen. Der Verdienst wurde oft zur Mechanisierung der Landwirtschaft verwendet. Heute findet man in Michelbach gerade noch eine einzige Familie, die von der Landwirtschaft leben. Die im Jahre 1962 abgeschlossen Flurbereinigung machte den Einsatz von Maschinen rentabel. Bald sah man auch die ersten Motorräder und Autos durch die Straßen fahren.

 

Am 30.09.1985 wurde in Michelbach der Landfrauenverein gegründet. Dieser Verein besteht schon seit 40 Jahren.

 

Die Kyffhäuserkameradschaft Michelbach wurde 1908 gegründet, nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kameradschaft durch den ehemaligen Vorsitzenden wieder in Leben gerufen.

 

Am 2. Juni 1933 wurde die Freiwillige Feuerwehr in Michelbach gegründet. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde der Feuerwehrdienst von Frauen und den alten Männer versehen. Auf Antrag mehrere Frauen wurde am 25. Januar 1980 eine Frauenabteilung und 1991 eine Jugendabteilung gegründet.

 

Am 17. Juli 1965 wurde der SV Michelbach gegründet. Da der Einzugsbereich von Michelbach jedoch zu klein für die Existenz eines Fußballvereins war, wurde am 12. Januar 1970 die Bildung einer Spielgemeinschaft mit Busenborn und Breungeshain beschlossen. Später mit Burkhards.

 

Der jüngste Verein in Michelbach ist der 1.FCM 1994. Die Idee einen Faschingsclub zu gründen, stammte von einem Kegelclub. Im Jahre 1990 hielt man die erste Rosenmontagssitzung.

 

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