Webcam Hoherodskopf 

 

 
 

 

 

Kaulstoß

Um im Vogelsberg Siedlungen schaffen zu können, musste früher gerodet werden. Dies lässt sich auch aus den Dorfnamen erkennen, die mit "...rod" oder "...hain" enden. Zur Schaffung dieser Dörfer waren umfangreicheRodungenin dem damals sehr dicht bewaldeten Vogelsberg notwendig. Man kann davon ausgehen, dass diese Dörfer erst ab dem 8. Jahrhundert entstanden sind. Da sich Kaulstoß in dem Kranz der "...rod" und "... hain" - Dörfer befindet, darf man annehmen, dass die Gründung der Siedlung ebenfalls frühestens im 8. Jahrhundert, wahrscheinlich aber erheblich später erfolgt ist. 

 

Kaulstoß wird namentlich erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1300 erwähnt. Eine besondere Bedeutung in der damaligen Zeit kam den beiden Nidderstraßen zu. Sie stellten die wesentlichen Verbindungsstraßen zwischen Fulda undMainzdar. Kaulstoß muss man sich zu dieser Zeit als eine recht kleine Sieldung mit wenigen Häusern vorstellen. Erst später wuchsen die einzelnen Höfe und Mühlen zu einem Dorf zusammen.
 
Im Jahr 1525 gab es in Kaulstoß drei Mühlen. Bis 1611 war das gesamte Weideland Gemeinbesitz von Burkhards, Kaulstoß, Sichenhausen, Herchenhain und Hartmannshain. Erst durch Streitigkeiten und Schäden am Kulturland wurde 1611 eine Schiedsurkunde erfasst und alte Mahlsteine als Grenzsteine zwischen Burkhards und Kaulstoß gesetzt. Erst 1778 wurde die Grenze zwischen Kaulstoß und Sichenhausen festgesetzt. Im Jahre 1618, als der 30-jährige Krieg ausbrach, kam Elend, Hunger, Not und Tod in das kleine Dorf. Viele Bewohner hatten sich bis zum Ende des Krieges im Jahr 1648 hinter die Stadtmauern von Nidda zurückgezogen. Durch die Kriegswirren war es nicht möglich, die Felder zu bestellen. Die Folge war eine große Hungersnot. Hinzu kam eine schlimme Seuche, diePest.  Die ersten Einwohnerzahlen für die Zeit nach dem 30-jährigen Krieg zeigen, dass die Dörfer des Niddertales dennoch schnellen Aufschwung genommen hatten. Im Jahr 1669 zählte man wieder 148 Einwohner.
 
Im Jahre 1756 brach der 7- jährige Krieg aus, von dem auch das Niddertal heimgesucht wurde. Zwar kam es nicht zum blutigen Kampf, jedoch forderten durchziehende, einquartierte und umherstreifende Truppen laufend hohe Abgaben, besonders an Heu, Stroh und Getreide.  In den Jahren 1840 bis 1844 kam durch Missernten wieder Not in den Vogelsberg. Dreiviertel der Bevölkerung war ohne ein Stück Brot und Kartoffeln. In den Jahren 1793 bis 1823 war der erste Kaulstoßer Lehrer tätig. Im Jahre 1825 wurde von der Gemeinde ein Haus als Schulhaus erworben. Das eigentliche Kaulstoßer Schulhaus muss etwa im Jahre 1835 erbaut worden sein.
 
Am 1. August 1914 brach der erste Weltkrieg aus. Auch für Kaulstoß hatte er schlimme Folgen. Es wurden 35 Männer einberufen, von denen sechs nicht mehr heimkehrten. Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen wurde am 8. Mai 1921 eingeweiht.
 
Im Jahre 1932 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 
 
Nachdem die Aufrüstung auf militärischem Gebiet und der Bau von Autobahnen auch der Bevölkerung des Vogelsberges bescheidene wirtschaftliche Vorteile gebracht hatte, begann im September 1939 der 2. Weltkrieg. Von über 40 eingezogenen Soldaten, ließen 16 ihr Leben für das Vaterland.
 
Kaulstoß wurde in den Jahren 1945 bis 1946 für ca. 70 Heimatvertriebene eine neue Heimat. Viele wohnten nur kurze Zeit im Dorf, andere ein paar Jahre, zogen dann aber meistens ins Rhein-Main Gebiet, wo bessere Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten waren. Einige blieben jedoch hier und bauten sich ein zweite Existenz auf. Der Wiederaufbau nach dem Krieg brachte den Wohlstand. Über 20 Arbeiter fuhren aus Kaulstoß im Jahr 1960 mit Bussen in den Raum Frankfurt zur Arbeit um ihr Geld zu verdienen. Neue Wohnhäuser und Ställe wurden gebaut und die Mechanisierung der Landwirtschaft setzte sich immer mehr durch.
Im Jahre 1959 begann in Kaulstoß die Flurbereinigung, die den Landwirten große Vorteile brachte. Jedoch wurde ein schwerer ökologischer Schaden angerichtet. Die Kaulstoßer Bürger hielten es daher im Jahre 1970 für angebracht, eine Natur- und Vogelschutzgruppe zu gründen.
 
Zu Beginn der 1970er Jahr wurde eine Gebietsreform durchgeführt. Im Zuge der Zusammenlegung der Gemeinden fasste der Gemeinderat von Kaulstoß den Beschluss, sich mit Wirkung vom 01. Januar 1972 der Stadt Gedern anzuschließen. Dieser Beschluss wurde allerdings unter dem Vorbehalt gefasst, dass sich die Stadt Gedern im Rahmen der damals bevorstehenden Zusammenlegung der Landkreise dem Vogelsbergkreis anschließt. Die Entscheidung der Stadt Gedern, sich dem Wetteraukreis anzugliedern, führte dann zum Anschluss der Gemeinden im Niddergrund Burkhards, Kaulstoß und Sichenhausen an Schotten, denn die Stadt Schotten hatte sich für die Zugehörigkeit zum Vogelsbergkreis ausgesprochen. Der Anschluss an Schotten erfolgte zum 01. August 1972.
 

Zusätzliche Informationen anfordern... Zusätzliche Informationen anfordern...

Kontakt
Stadtverwaltung Schotten
Vogelsbergstraße 184
63679 Schotten                  
 

Tel. 06044-66 0

Fax: 06044-66 69

E-Mail: info@schotten.de

 

Rückruf-Service 

 
Anregungen, Beschwerden, Wünsche
 

Öffnungszeiten Stadtverwaltung

Montag - Freitag  

8.00 - 12.30 Uhr

Donnerstag  

13.30 - 18.00 Uhr

oder nach Terminvereinbarung

 

Öffnungszeiten Bürgerbüro