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Eschenrod

Die Sage über die Entstehung von Eschenrod

 

Vor vielen hundert Jahren floss die Eichel durch einen dichten Wald. Dort stand ein großer Bauernhof unter uralten Eichen. Unten am Bache hüteten die kleinen Buben das Vieh, machten Pfeifen und sangen dazu. Der Hausherr, die älteren Buben und die Knechte waren eine halbe Stunde bachaufwärts beim neuen Hof des ältesten Bruders Asicho (Gottlieb) und rodeten noch ein paar Baumstümpfe aus. Den ganzen Winter über hatten sie hier Bäume umgemacht, das Haus aus dicken Baumstämmen gebaut, die Gichtheckenreiter zum Zaun in die Erde gesteckt. Nun war alles soweit fertig, nächsten Freitag sollte die Hochzeit sein. Und heute an einem schönen Maientag war die "Bräut". Die Alten saßen um die jungen Eheleute unter den Eichen und schwätzten. Dabei aßen sie die selbstgebackenen Brote und ein Stück von einem Schwein und tranken den selbst gemachten Wein. Da fragte der Hausvater, wie der Hof nun heißen solle. Es wurde hin und hergerätselt, aber kein Name gefiel ihnen, da meinte die junge Frau, sie sollten den Hof nach dem Namen ihres Mannes benennen, Asichorode. Da waren alle zufrieden, und aus dem Hof "Asichorode" ist das Dorf Eschenrod geworden.

 

 

Die Gründung von Eschenrod

Die 1. Periode reicht bis etwa 500 n. Chr.
Die in dieser Zeit gegründeten Siedlungen sind allgemein an den Endungen "-a" und "-stadt" zu erkennen, z.B. Ulfa, Ober- und Unter- Lais oder Altenstadt.

 

Die Endung "-rod" zeigt, dass die Entstehung des Dorfes in der 1. Rodungsperiode zu suchen ist. Der für die Ortsgründung in Frage kommende Personenname  ist "Asicho" Die Rodung, die von ihm an der Stelle durchgeführt wurde, an der heute unser Dorf steht, hat zur Namensgebung "Asichorode" geführt. Dieser Name hat sich im Laufe der Jahrhunderte natürlich abgeschliffen und gewandelt.

 

 

Eschenrod- und ein paar erlittene Notzeiten

 

 

Im 30-jährigen Krieg

Als im Juli 1622 die Kriegsfurie des 30-jährigen Krieges in den Vogelsberg kam, wurde, wie so viele Dörfer, auch Eschenrod heimgesucht. Herzog Christian von Braunschweig, zog mit seinen Truppen durch den Vogelsberg, um den Winterkönig Friedrich v. d. Pfalz zu unterstützen. Da nun Landgraf Ludwig V. von Hessen neutral bleiben wollte, um seinem Lande das Kriegselend zu ersparen, sah der Braunschweiger hierin einen Verrat an der evangelischen Sache und fiel über das ganze Hessenland her. Aus jedem Dorf wurden Pferde, Rinder, Schweine und Schafe herdenweise fortgetrieben und dazu noch Brände gelegt. Ersteres wurde zunächst auch in Eschenrod getrieben und zwar gleich in einem solchen Maße, dass das ganze Dorf davon betroffen war. Dazu kam 1635 noch die Pest, welche viele Familien vollkommen ausrottete.

 

 

Die große Wasserflut

"Die große Wasserfluth als den 3. Juni 1823 von Nachmittags um 3 Uhr bis abends um 7 Uhr durch einen Wolkenbruch". - Der 3. Juni 1823 war für mehrere Gemeinden des hiesigen Bezirks ein Tag des Jammers. Eine beständige Hitze zog von Süden schwere Gewitterwolken nach den Höhen des Vogelsberges. Sie sammelten sich immer mehr und entluden sich abends durch einen furchtbaren Wolkenbruch. Das Wasser kam stromweise von den Bergen herunter, flutete ganze Felder weg. In Eschenrod hatte sich alles in einen Strom verwandelt, der sich verheerend auf das Dorf wälzte. Alles dies war das Werk weniger Minuten. In Eschenrod kamen 21 Menschen in den Fluten um und es wurden 26 Gebäude vernichtet. Das Brauhaus der Gemeinde, zwei Backhäuser, mehrere Brücken, mehrere Stege haben keine Spur ihres Daseins hinterlassen.

 

 

Die Zeit ab 1950 in Eschenrod

 

Im Jahre 1956 wurde der Friedhof eingeweiht.
In den Jahren 1959 und 1960 wurde in Eschenrod die Ortskanalisation, bis auf kleinere Teilbereiche, neu erbaut.
1963 wurden die ersten Gemeindenstraßen mit einer Teerdecke versehen, es waren die Linden-, Brunnen- und Friedhofstraße. Im Jahre 1965 wurden dann die restlichen Ortsstraßen ausgebaut.
Im Dezember des gleichen Jahres wurde das große Flurbereinigungsverfahren eingeleitet.
Ende 1965 wurde mit dem Sportplatzbau begonnen. Nur im Zuge des Flurbereinigungsverfahren war es überhaupt möglich, dieses unebene Gelände als Sportplatz auszubauen.
Im April 1966 wurde die Maschinenhalle des Willhelm Strauch einschließlich Grundstück zum Zwecke der Errichtung eines Feuerwehrgerätehauses käuflich erworben. Nach mehreren Beratung der Gemeindevertretung wurde dann beschlossen, die angekaufte Maschinenhalle in ein Dorfgemeinschaftshaus umzubauen und das Feuerwehrgerätehaus sollte nach Abbruch der ehemaligen Bürgermeisterei in dem Gemeindehof errichtet werden. Das Dorfgemeinschaftshaus wurde am 31. Mai 1973 eingeweiht.
Die Schule des Dorfes schloss mit dem Ende des Schuljahres 1974. Seitdem fahren alle Schüler, auch die Kleinsten, Tag für Tag nach Schotten.

 

 

Die Schule

Eine Schule war in Eschenrod im Anfang des 17. Jahrhunderts vorhanden, sie ging im Jahre 1646 "im Kriegswesen" ein. Nach dem 30 jährigen Krieg wurde dann in Eschenrod wieder ein ordentliche Schule errichtet. Sie schloss mit dem Ende des Schuljahres 1947.

 

 

Die Mühlen

An den Wasserläufen im Vogelsberg pochte bis vor wenigen Jahrzehnten noch die Ölschlagmühlen und die Mehl- und Schrotmühlen. Auch in Eschenrod und besonders dort hatten sich mehrere Müller niedergelassen, um diesen Handwerk nachzugehen. Es wurden Mühlgräben gezogen, die das Wasser vom Bachlauf auf die Wasserräder beförderte. Für diesen Naturalantrieb musste der sich der Müller ein Wasserrecht eintragen lassen, Jährlich waren zusätzlich noch so genannte "Wasserzinsen" zu zahlen. Insgesamt waren in Eschenrod 6 Mühlen in Betrieb.
Die Schlagmühle, war eine Ölschlagmühle, die in der letzten form im Jahre 1878 gebaut wurde. Bis zum Jahre 1968 wurde in dieser Mühle geschlagen. Die Ölmühle überhaupt erlebten noch einmal eine große Zeit in und nach dem 2. Weltkrieg, als sie die in den Wäldern gesammelten Bucheckern verarbeiteten. Die Konkurrenz der großen Ölmühlen, die mit ihrem Angebot heller und geschmacksloser und dazu preisgünstigere Speiseöle herstellten, waren eine Ursache, dass diese kleinen Schlagmühlen zum Aussterben verurteilt waren. 
Die Schlagmühle von Gauls, auch auf diesem Bauernhof der Weidmühle wurden einmal Ölsaat geschlagen. Die Mühle wurde im Jahre 1938 stillgelegt, als das Wasserrad brach. Es folgte der zweite Weltkrieg, sodass es zu keinem Aufbau mehr kam.
Die dritte Ölmühle in Eschenrod war die Sengersmühle. Auch diese Mühle wurde 1957 aus den gleiche Gründen stillgelegt, wie die Schlagmühle. Laut Unterlagen wurde die Sengersmühle vor 1850 gebaut. 
Die zweite Form der Mühlen in Eschenrod waren die Mehl- und Schrotmühlen. Die einzige noch heute betriebene ist die Mühle Kaiser auf der Weidmühle. Von den urkundlichen Nachweisen her ist diese Mühle auch die Älteste. Urkundlich erwähnt wurde sie erstmals im Jahre 1823. Die Mühle selber muss noch viel älter sein.
Die Donsen-Mühle war eine Mühle der gleichen Art. sie stand in der Brunnenstraße und wurde im Jahre 1972 geschlossen und abgerissen. Vor allem die Aufgabe von landwirtschaftlichen Betrieben im hiesigen Raum und die Konkurrenz der Großmühlen bestimmten das Schicksal dieser Mühle. Das Mahlen war kein rentables Geschäft mehr. Die Donsen-Mühle bekam ihren Namen vom Reinigen der Körner. 
Mit dem Müllerwagen wurde im Dorf und den benachbarten Orten das Mehl ausgefahren und gleichzeitig Frucht mitgebracht. Doch ab den sechziger Jahren deckten sich kaum noch die Kosten der Mühle, so dass es zur Schließung kam.
Die dritte Mehl- und Schrotmühle im Dorf war im Mühlweg. Die Mühle ist etwa um 1800 erbaut worden. Der Besitzer hatte die Mühle bis 1949 gewerblich angemeldet, für eigene Zwecke drehte sich das Wasserrad noch bis 1959. In dieser Mühle wurde ausschließlich mit Steinen gemahlen. Schon seit dem 1. Weltkrieg wurde jedoch in dieser Mühle kein Mehl mehr gemahlen, doch auch das Schrot zu mahlen, war kein rentables Geschäft mehr. 
Es ist schade, dass ein solch schönes und traditionelles Handwerk, das über Jahrhunderte in Eschenrod das Dorfbild mitprägte, bereits nach den schweren Zeiten des 2. Weltkrieges zum Tode verurteilt war.

 

Dorferneuerung 2009

 

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