Webcam Hoherodskopf 

 

 
 

 

 

Busenborn

Lage von Busenborn

 

Busenborn liegt im oberen Tal der Eichel, die hier durch die noch idyllische Landschaft des Vogelsberges fließt. Nur etwa eine Stunde Fußmarsch entfernt liegt der Hoherodskopf, der mit seiner Höhe von knapp 770m der Landschaft und den an seinen Hängen liegenden Dörfern das Gepräge gibt. Der "Hausberg" Busenborns ist jedoch der Bilstein (666m), der früher "Bildstein" geheißen haben soll, weil man vermutet, dass auf seiner Felsspitze einmal ein riesiges Götzenbild des keltischen Heidengottes Belus gestanden hat.

 

 

Busenborn heute

 

Busenborn ist heute ein Dorf von 250 Einwohnern und trägt als Haufendorf sowohl das Aussehen eines Fachwerk- als auch eines Vogelsberger Schindelhausdorfes. Es hat sich bis heute den Charakter eines Bauerndorfes erhalten, obwohl sich die soziale Struktur in den letzen Jahren stark verändert hat. Als Vollwertsbetrieb können nur noch zwei von bis drei Höfe angesehen werden, während die übrigen sich verändert haben und nur noch als Nebenerwerbsbetriebe geführt werden. Die harten Bedingungen in dieser Mittelgebirgslandschaft mit dem unwirtschaftlichen Klima und dem kargen Boden, der überwiegend Viehzucht und nur mäßig Ackerbau zulässt, haben viele gezwungen, sich außerhalb des Ortes ihr Brot zu verdienen, und es sind nicht wenige Personen, die schon früh am morgen ihr Dorf verlassen, um in Schotten, Nidda, Büdingen oder gar in Gießen und Frankfurt ihrer Arbeit nachzugehen.

 

 

Die Entstehung Busenborns

 

Das heutige Busenborn, seit 1971 ein Stadtteil der Großgemeinde Schotten, wurde um die Mitte des 17. Jahrhunderts gebaut, nachdem der frühere Ort, der weiter südlich, gerade unter dem Bilstein, lag, im 30- jährigen Krieg durch das kaiserliche Kriegsvolk angesteckt und völlig eingeäschert worden war. Busenborn, das so viel bedeutet wie "Brunnen des Burso", der Ort also, an dem ein gewisser Burso, auch Buso oder Bus, einen Brunnen besaß oder graben ließ, wurde erstmalig in einer Urkunde aus dem Jahre 1601 als "Busseborn" erwähnt, so wie der Name auch heute noch im Volksmund ausgesprochen wird. Gegründet aber wurde die Siedlung wesentlich früher. Man nimmt allgemein den Zeitraum zwischen 500 und 800 n. Chr. an, die Zeit der fränkischen Landnahme. Die Siedler drangen von Nidda aus im Niddatal und seinen Seitentälern vor und ließen sich an klimatisch geschützten Orten in fruchtbaren Tälern oder an verhältnismäßig günstigen geographischen Verkehrslagen nieder. Noch heute sind einige "-born" - Orte im Vogelsberg, wie Wolferborn, Usenborn, Eckardsborn und Frischborn Zeugen dieser Besiedlungszeit. In dieser Zeit begann auch die Christianisierung der heidnischen Chatten, der späteren Hessen, die etwa seit Christi Geburt in den oberhessischen Raum vorgedrungen waren. Hier sei nur Bonifatius erwähnt, der im Jahre 732 zum Erzbischof berufen wurde. Nach 1170 unterstand Busenborn, das mit den anderen Dörfern im Eicheltal (Eschenrod, Wingershausen, und Eichelsachsen) zum Gericht Burkhards gehörte, den Grafen von Ziegenhain. Nach mehreren Besitzwechsel, u.a. an die Herren von Frischborn und an die Rietesel, kam das Gericht im Jahr 1497 durch Kauf an die Landgrafen von Hessen.

 

 

Die Geschichte von Busenborn

 

Im Jahre 1618 brach der große Dreißigjährige Krieg aus, der zwar in den ersten sechs Jahren das Gebiet Vogelsberg scheute, dann aber durch seine Grausamkeit überall Furcht und Schrecken verbreitete. Feindliche wie befreundete Soldaten wüteten "wie tobende Hunde vermenschlichte lebendige Teufel". Busenborn wurde völlig niedergebrannt, ein rauchender Trümmerhaufen war der klägliche Rest des ehemaligen Dorfes. Aber auch den Menschen wurden unvorstellbarer Schmerz und Leid bereitet; Folterungen wie z. B. Finger zerhacken, ins Feuer hängen, brennende Kerzen an Wunden halten, mehrere Kilometer mitschleifen, waren grausame Methoden, Schläge noch eine der geringsten Grausamkeiten. Trotz der weiter anhaltenden Kriegshandlungen gingen die Bewohner sofort daran, ihr Dorf dort aufzubauen, wo es heute immer noch steht. Das alte Busenborn, gerade unter dem Bilstein, wurde zur Wüstung und lebt nur noch in der Erinnerung durch mündliche Überlieferung fort.

 

 

Die Kirche in Busenborn

 

Mehr als 10 Jahre lang wurde der alte Friedhof beim ausgegangenen Dorfe, trotz des weiten und unbequemen Weges dorthin, noch weiter genutzt, denn niemand wollte offenbar, dass ein Familienmitglied dort auf dem neuen Friedhof, der beim neuen Dorf am Wege nach Eschenrod angelegt worden war, zuerst begraben würde. Ganz bemerkenswert ist sicher die Tatsache, dass mitten in den Wirren des Krieges im Jahre 1630 auch eine neue Kapelle gebaut wurde. Bis dahin waren die Busenborner gezwungen, nach Wingershausen in die Kirche zu gehen, da es bis zu dieser Zeit in Busenborn keinen Pfarrer gab und Busenborn eine Filiale von Wingershausen war. Auch einen Schulmeister gab es nicht im Ort. Erst einige Jahre später kam der erste Schulmeister nach Busenborn und zwar am 20. Oktober 1647.

 

 

Unglücke in Busenborn

 

Doch noch war die schreckliche Zeit des Krieges nicht zu Ende, die letzte Steigerung kam im Jahre 1635 mit der plötzlich auftretenden Seuche, der Pest, die auch in Busenborn während weniger Monate ganze Familien auslöschte.

 

Kaum waren die Schrecken dieser fürchterlichen Katastrophe vergessen, als am 24.04.1675 neues Unglück über den Ort hereinbrach. Eine ungeheure Feuerbrunst legte nahezu ganz Busenborn in Schutt und Asche, lediglich sieben Häuser sollen verschont geblieben sein. Von da an beging die Gemeinde diesen Tag als Buß- und Bettag. Auch heute noch wird dieser Tag als "Börntag" gefeiert.

 

1756 brach der Siebenjährige Krieg aus, der die Bevölkerung wieder schwer heimsuchte. Zwar kam es nicht zu blutigen Kämpfen und solchen Exzessen wie im Dreißigjährigen Krieg, aber die durchziehenden oder einquartierten Truppen forderten hohe Abgaben an Heu, Stroh und Getreide. Aber auch nach Gießen, Friedberg und an das Kloster Arnsburg mussten Geld und Nahrungsmittel geliefert werden.

 

Von einer weiteren Katastrophe wurde Busenborn und das gesamte Eicheltal zu Pfingsten 1826 heimgesucht. Am 03. Juni rüstete sich das ganze Dorf für die Feiertage, als gegen Abend in der Umgebung des Bilsteines Wassermassen niedergingen, wie sie bisher nie beobachtet worden waren. Das Unwetter hatte ohnehin dünner Ackerkrune weggespült, die Wiesen verschlammt und in Steinfelder verwandelt und somit einen beträchtlichen Schaden angerichtet.

 

 

Busenborner im 19. Jahrhundert

 

Das 19. Jahrhundert war für die Busenborner, abgesehen von der Flutkatastrophe im Jahre 1826, ein Jahrhundert der relativen Ruhe. Der Ort blieb von Kriegseinwirkungen verschont, jedoch war das Leben der Bevölkerung nicht auf Rosen gebettet, ja über die Hälfte der Menschen litten wirtschaftliche Not, und nach Missernten in 1842 bis 1844 hatten viele Menschen nicht das Brot oder die Kartoffeln "über Nacht im Haus".

 

1904 wurde mit dem Bau der Wasserleitung begonnen und erst am 19.02.1921 konnte in Busenborn das elektrische Licht eingeschaltet werden. Ein wichtiger Meilenstein im Leben des Dorfes war neben der Wasserversorgung der Neubau der Volksschule, der im Jahre 1903 erfolgte.

 

Am 01. August 1914 brach der 1. Weltkrieg aus. Vierzig Männer wurden einberufen, von denen vier nicht mehr zurückkehrten. Aber auch nach dem Kriege war die schlimme Zeit noch nicht vorbei. War es zunächst die Inflation, die es zu verkraften galt. So brachten die nächsten Jahre Weltwirtschaftskrise hohe Arbeitslosigkeit und Armut mit sich. Trotzdem feierte der Gesangverein "Eintracht" im Jahre 1924 ein großes Sängerfest mit Fahnenweihe, zu dem viele auswärtige Besucher gekommen waren.

 

In das Jahr 1932 fällt die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg. Wieder mussten aus Busenborn 42 Männer ins Feld von denen diesmal 10 nicht zurückkehrten.

 

Für ca. 50 Heimatvertriebene wird Busenborn nach 1945 zur zweiten Heimat. Einige bleiben hier und bauen sich eine neue Existenz auf, andere ziehen nach einer Zeit der Neuorientierung wieder weg. Aber nach der Währungsreform 1948 ging es im Leben der Menschen wieder stetig aufwärts, "Wirtschaftswunder" und weitere Technisierung brachte den Menschen überall einen gewissen Wohlstand. Einige mussten dazu aber einer Arbeit außerhalb ihres Dorfes nachgehen, denn die Landwirtschaft allein konnte diesen Wohlstand nicht garantieren. Neue Häuser konnten gebaut werden, sanitäre Einrichtungen, wie Bad und Toilette mit Wasserspülung, gehören heute zur Selbstverständlichkeit eines Hauses; aber auch die Arbeit in der Landwirtschaft macht sich durch den Kauf von Maschinen und Motoren, durch den Bau von modernen Ställen wesentlich vereinfacht. Natürlich profitierte auch die Gemeinde Busenborn von diesem Aufschwung.

 

In den darauf folgenden Jahren zog ein anderes Projekt die Aufmerksamkeit und die Blicke nicht nur der Busenborner Einwohner auf sich. Das 1630 erbaute Dorfkirchlein, das inzwischen sehr reparaturbedürftig, ja sogar baufällig geworden war, wurde von Grund auf renoviert. Die Einweihung im Jahre 1960 war dann ein großer Tag für die Gemeinde und wurde mit einem festlichen Gottesdienst unter Mitwirkung des Gesangvereines begangen.

 

Schon ein Jahr später, am 03.09.1961, gab es erneut Grund zum Feiern. Das Dorfgemeinschaftshaus, im Obergeschoss als Fachwerkbau errichtet, konnte nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht werden. Im Untergeschoss ist eine Tiefkühlanlage untergebracht, die noch heute benutzt wird. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde noch ein Kinderspielplatz angelegt und das Schulgebäude renoviert.

 

 

Die Flurbereinigung

 

Kaum war dieses Vorhaben abgeschlossen, wurde das nächste schon vorbereitet. Im Jahre 1962 begann man mit der Planung zur Flurbereinigung. Nach Ende des Flurbereinigungsverfahrens waren dann Parzellen entstanden, die den gesamten Ackerbesitz eines Bauern in drei bis höchstens sechs Stücken zusammen fasste, wodurch ein wesentlich rationelleres Arbeiten als vorher möglich war. Insgesamt waren 497 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche neu zu verteilen.

 

Natürlich konnte es bei einem so beträchtlichen Eingriff in die Natur nicht ausbleiben, dass auch schwerer ökologischer Schaden angerichtet wurde. Insbesondere in den Lebensraum der Vogel-, aber auch der übrigen Tierwelt musste stark eingegriffen werden. Hecken und Vogelschutzgehölze wurden an anderen Stellen so angelegt, dass die Fläche wesentlich größer war, als dies vorher der Fall war.

 

Im Rahmen der Flurbereinigung wurden eine Reihe weitere Maßnahmen ergriffen, wie z.B. die Erweiterung des Friedhofes an der Straße nach Eschenrod oder die Kanalisation und der Ausbau einiger Ortsstraßen, die mit Bürgersteigen und einer Teerdecke versehen wurden. Teilweise wurden auch die Straßen um- oder neu benannt.

 

Am 01.01.1971 schloss sich die Gemeinde Busenborn im Rahmen der Gebietsreform der Stadt Schotten an.

 

 

Busenborner Vereine

 

Heute gibt es neben dem Gesangverein "Eintracht", noch die Freiwillige Feuerwehr und den Verein der Kriegshinterbliebenen (Vdk). Die Ball spielende Jugend hat sich mit den Sportlern aus den Nachbardörfern Michelbach und Breungeshain zu einer Sportgemeinschaft zusammengeschlossen und spielt dort Tischtennis und Fußball.

 

http://www.busenborn-bilstein.de

 

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